Dancers Diaries: Dancer Tina berichtet über den ersten Drehtag zum Kinofilm „Alles ist Liebe“

Die Vorbereitungen und der erste Drehtag zu „Alles ist Liebe“

2014 Galactic Dancers 2383 ValentinaWie jeden Tag schaue ich auf mein Handy und sehe dort zig Nachrichten in unserer Dancer Gruppe „aufpopen“. Vieles davon sind Auftrittsinformationen, Fotos von gemeinsamen Auftritten, Treffpunkt-Besprechungen,  oder einfach nur viel Gequatsche von den Mädels,  alberne Fotos oder Videos und abertausende lachende Smileys. Doch heute kommt mal wieder das, wofür diese Gruppe eigentlich dient, eine Anfrage für Galactic Dancers und was für eine! Einen Filmdreh soll es eventuell geben, ganze Woche und einzelne Tage davor und danach soll es dauern!!! Aufregung und tausende Fragen kommen in einem auf! OMG, ein richtiger Filmdreh! Was für ein Film? Richtiger Kinofilm??? Wer spielt mit? Werde ich genommen? Wo findet es statt? Und was wird eigentlich von uns erwartet? Und die Frage aller Fragen: was ziehen wir an?? 😉 All diese Erwartungen und Hoffnungen haben sich dann im Laufe der Zeit mehr als übertroffen. Im nächsten Training wird unsere Trainerin mit Fragen bombardiert, alle sind in helle Aufregung versetzt, doch wie es im Showbiz so üblich ist, wird einem nicht all zu viel verraten, und man wird am Ende so oder so ins kalte Wasser geschmissen, unvorbereitet versteht sich. So auch hier, wir wissen, dass der der Regisseur Markus Goller und der Film „Alles ist Liebe“ heißen, die Dreharbeiten finden in Frankfurt und Umgebung statt. Wir sollen selbstverständlich tanzen und kleine Statistenrollen übernehmen. „Alles ist Liebe“…..- das soll man sich erst auf der Zunge zergehen lassen, mir zumindest geht mein Herz jetzt schon auf, der Titel könnte mein Lebensmotto sein, haach. Ich lieeeebe romantische Komödien und glaube selbstverständlich so ganz nebenbei an die Liebe! Auch wenn viele vorgeben auf den „Kitsch“ nicht zu stehen, glaube ich jeder tut es doch, so ganz heimlich 😉 Jeder Kinobesuch ist ein Motivationsschub, auf irgend eine Art und Weise. Und auch wenn ich nur ein ganz kleiner Puzzleteil von dieser märchenhaften Kulisse sein darf, bin ich mega glücklich und stolz auf mich. Ab jetzt heißt es nur noch abwarten. Ich bin auf jeden Fall dabei, egal was kommt!

Wenige Tage später kann man aufatmen, wir sind gebucht!!! Freude und Aufregung verbreiten sich unter den Mädels. Jetzt geht die große Planung los, schließlich ist jede von uns am Arbeiten, Studieren oder beides. Dies hinterlässt natürlich viele traurige Gesichter, die es nicht schaffen werden, sich so kurzfristig frei zu nehmen. Man leidet mit, denn wir gönnen es uns alle gegenseitig.

In der Nachricht wird ebenfalls schon mal das Foto von dem Outfit verschickt. Damit wird auch das „Geheimnis“ gelüftet was wir für eine Rolle in dem Film haben. Wir gehörten zu der Showtanzgruppe von dem Weihnachtsmann! Einfach nur märchenhaft! Es fällt einem das Stein vom Herzen, den das Kostüm sieht wunderschön aus! Es ist ein kurzes Kleid aus roten Pailletten, was aber zugeschlossen ist und lange Ärmel hat, das verleiht dem ganzen Klasse und Glamour. Es gibt auch einen Anprobetermin zu dem man einzeln erscheinen soll. Zuhause wurde natürlich schon längst fleissig gegoogelt wer so alles mitspielen wird. Wirbeltrommel…Nora Tschirner, Christian Ulmen, Heike Makatsch, Tom Beck, Wotan Wilke Möhring, Friedrich Mücke, Fahri Yardim,  und und und.. prominenteste Besetzung ever, man kann es einfach nicht glauben.

20140214_111339Wenige Tage danach, mache ich mich auf dem Weg. In einem Frankfurter Industriegebäude wurde eine provisorische Garderobe eingerichtet, an der Tür hängt ein Logo von „Alles ist Liebe“ mit einem schweifendem Stern drüber. Ich betrete den Raum und bin überwältigt von dem was ich sehe. Überall Kleiderstangen und Kisten voll mit ausgefallenen, glitzernden und funkelnden Kostümen! Da ist alles dabei, was man sonst im Alltag nicht tragen würde, gleicht stark einem bunten Karnevalstore. Vor Ort sind bereits Mädels aus dem Team und unsere Trainerin Jasmin, die mithilft und das ganze ein wenig mit koordiniert. Eins der Mädchen macht bereits Fotos in dem Kostüm. Ich werde herzlich von dem Filmproduktionsteam begrüßt, das sich um das Design und Outfits für die komplette Besatzung kümmert. Ich werde nach hinten zu unseren Kostümen gebeten, dabei betreut mich eine junge Dame, die auch später während des gesamten Filmdrehs uns aufmerksam assistiert. Ich werde nach meiner Größe gefragt und soll dennoch mehrere Kleider anprobieren damit auch alles schön passt. Es wird mir stets geholfen mit dem Anziehen und Reißverschluss auf und zumachen. Alles wird sehr sorgfältig gemacht, man lässt wirklich Zeit für einen, sodass man sich wie ein kleiner Star vorkommt 🙂 Zum Kleid gibt es einen hübschen, weißen Hut mit Feder, den man sonst von einer Marschkapelle kennt. Der Hut wird ebenfalls sorgfältig abgesteckt, schließlich tanzen wir und es soll nicht vom Kopf runterkommen. Passend dazu gibt es rote Stiefeletten, die glaube ich schon einige Filmsets gesehen haben, lach. Nachdem mein Outfit von der Assistentin für gut befunden wird, werden an der Wand Fotos von allen Seiten und ein Close Up gemacht. Das Outfit wird zusammenverstaut und eingepackt, darauf kommt ein Zettel mit meinem Namen, Alter, „Tänzerin, #3“.  Dieser kleiner Zettel macht einem letztendlich klar, dass man wirklich dabei ist, und ich bewahre es nach wie vor zuhause auf. In ein paar Wochen geht es also wirklich los..

Tage später..

20140217_101935Jasmin, Charly, Ivi und ich fahren in einen kleinen Ort ca.30 km weiter von Frankfurt. Es ist der erste Einsatz für den Film und wir übernehmen vorerst reine Statistenrollen. Was genau heute auf uns zukommt – ist unklar. Es ist eine ländliche Gegend, weit und breit sind nur Bauernhöfe und Felder, hier soll der Film gedreht werden?? Wie letztes mal werden wir herzlich begrüßt, es wird gezeigt wo es das Crew Catering gibt, Maske und Garderobe sind neben dem Gebäude in Containern aufgebaut. Vor Ort treffen wir andere Statisten sowie die Wichteldarsteller, die von diesem Tag an zu unseren engen Filmdreh-Freunden werden. Wir lernen ebenfalls die zwei Regisseure kennen, Markus und Christian. Alle sind sehr freundlich und zuvorkommend. Wir warten bis wir dran sind mit Maske und Anprobe, noch sind andere Schauspieler und die Wichtel dran. Es gibt keinen richtigen Zeitplan bei dem Filmdreh, wir sollen stets bereit sein und müssen viel warten bis unser Einsatz kommt. Für die Maske sind heute Thomas und Ulli verantwortlich, die beiden sind super witzig, machen Komplimente und sorgen dafür, dass wir uns stets gut aufgehoben füllen. Überall liegt unendlich viel Make Up und Haar-Accessoires in allen möglichen Farben und Größen, ein wahrer Mädchentraum! Vor dem beleuchteten Theaterspiegel zu sitzen und und hübsch gemacht zu werden war ein ferner Traum, aber auch dieser wurde wahr! Wir kriegen die Haare zusammengesteckt in einen Dutt, sowie ein wenig Puder, knallrote Lippen passend zum Kleid und falsche lange Wimpern, die die Augenpartie wahnsinnig schön hervorheben (und das Blinzeln unglaublich schwer machen). Der Hut wird bombenfest über dem Dutt befestigt. Umgezogen wird im anderen Container, ich finde schnell mein Outfit mit dem Zettelchen wieder. Alles geht schnell, denn es ist unglaublich gut organisiert, und man wird ständig betreut und hergerichtet. Als wir fertig sind bestaunen wir uns gegenseitig und müssen ständig lachen, weil die Situation so surreal ist. Fotos, Fotos, Fotos!

20140217_130800Es ist bereits Mittag, vor dem Dreh wird noch schnell mit der ganzen Crew gegessen, bis jetzt ist noch jeder schüchtern und bleibt erstmal in seiner Gruppe. Anschließend werden wir in Gruppen aufgeteilt und mit kleinen Shuttles zu dem eigentlichen Drehort weitergefahren. Es ist eine kleine Lichtung direkt an einer Landstraße. Auf der Lichtung tummeln sich bereits viele Menschen, es ist ein kleines Uhrwerk. Zelte mit Verpflegung und Wärmepilzen stehen bereit, Kamerakran wird aufgebaut, ein Langhauber mit einem Riesentannenbaum (ganz offensichtlich als Requisite gedacht) auch schon da. Jeder hat eine Aufgabe, man soll noch bis Dunkelheit wird fertigwerden. Es ist wieder viel warten angesagt, zwischendurch werden wir von unseren Make Up Artists nachgeschminkt und in Decken gewickelt, es ist kalt und unsere Outfits sind für die Jahreszeit nicht geeignet. Wir halten die ganze Zeit Ausschau nach dem eigentlichen Star auf diesem Set – Elmar Wepper, der den „Martin“/ Weihnachtsmann spielt. Mehrfach ausgezeichneter Schauspieler, unter anderem auch Synchronsprecher für Mel Gibson.  Als es endlich losgeht wird er uns vorgestellt. Er sieht tatsächlich wie ein Weihnachtsmann mit seiner weißen Haarpracht und dem Bart aus, ist sehr nett und freut sich offensichtlich über seine hübsche weibliche Tanzcrew.  Das geht natürlich runter wie Öl, hehe

Nun wird die Szene von der Regie kurzerhand erklärt: Unsere Showtruppe macht eine kleine Verschnaufpause auf dem Weg zur eigentlichen Show in Frankfurt, währenddessen bleibt ein alter Langhauber wegen eines Motorschadens auf der Strecke. „Martin“, der per Anhalter unterwegs ist , wird von unserer Showtruppe aufgesammelt und fährt von nun an mit uns weiter nach Frankfurt. Und dafür geht der ganze Tag drauf!? Schnell sollen wir uns entscheiden wer was macht, ganz natürlich soll alles aussehen, eine übliche „Raststättenpause“ Die Wichtel spielen eine Pinkelpause nach, (der Anblick ist zum Totlachen) währen wir am quatschen, schminken und telefonieren sind. Der Langhuber bleibt qualmend stehend, der Fahrer flucht auf finnisch, wir werden zum unseren Tour-Bus gerufen. „Martin“ fragt ob noch ein Plätzchen frei ist, steigt ein wir eilen hinterher und fahren los.

20140217_112912Erstmal gibt es unendliche Proben um Kameraeinstellung und Ton zu checken, eine Runde nach der anderen, immer wieder das selbe. Ab und zu passieren ein paar Pannen, hier geht die Tür nicht zu, da stolpert jemand. Wir lachen, es macht viel Spaß, der gesamte Anblick lässt auch nichts anderes zu, auch wenn es sehr kalt ist. Nach unendlichen Probeläufen wird angekündigt, dass alles nun aufgenommen wird. „Cool“ – denken wir, dann ist ist ja gleich im Kasten . Die Regie lässt uns aber immer weitermachen, „mach Kleine Schritte Tina, eile den anderen hinterher“. Erneut laufe ich um die Ecke, winke Charly zu, die gerade am „telefonieren“ ist, wir gehen zum Wagen wo sich Ivi nach schminkt. Die Tür wird zugehauen. „Alles super“ sagt die Regie, „aber vielleicht kommt ja noch was Besseres“. Und wir machen das selbe noch mindestens 10 mal. Zwischendurch rennen immer Assistentinnen zu uns, immer ist es der Kragen, der sich hochstellt, Lippenstift nachgezogen, Gesicht nachgepudert, weitergehts! „Ivi, guck nicht in die Kamera“ hört man immer wieder. Wir lachen.. „Ich mach doch gar nichts“ – schmollt Ivi und lacht mit. Immer wenn wir in den Kleinbus einsteigen gibt es eine klare Reihenfolge, wo sich die Wichteln und Dancer hinsetzen, hat sich mittlerweile so eingestellt. Im Bus scherzen wir mit Elmar und den Wichteldarstellern über die Dauer dieser kleinen Szene, erzählen was wir sonst so machen. Die Jungs sind überrascht, das wir wirklich Tänzerinnen sind und freuen sich schon auf unsere Show an anderen Drehtagen. Warm ist es im Bus nicht unbedingt, der Motor ist aus, die Decken und der Tee ist das einzige was uns zwischendurch warmhält. Die Wichtel können unter deren Kostümen ordentlich was anziehen bemitleiden unsere spärlichen Outfits.  Während der Aufnahme dürfen wir nur so tun, als reden wir. Es ist nicht so einfach nur „Lip-Synch“ zu machen und dabei nicht zu lachen. Irgendwann mal verkündet die Regie, dass es vorbei sei. Es wird geklatscht und ein Dank wird an die gesamte Crew ausgesprochen. In einem kleinen Shuttle geht es wieder zurück, wir ziehen uns um, Zettelchen mit dem Namen drauf für den nächsten Dreh, Wimpern kommen zurück und werden ebenfalls mit unseren Namen versehen.

Der Tag war anstrengend, aber unbeschreiblich toll, wie oft hat man die Gelegenheit in einem Kinofilm mitzuwirken, davon träumen so viele Schauspieler und wir kriegen die Gelegenheit. Wir freuen uns auf den nächsten Dreh in Frankfurt. Noch Abends geht es wieder ins Training, dort erzählen wir den Mädels von unserem Tag, die freuen sich wiederum auf Ihren Einsatz in ein Paar Wochen.

to be continued..